Nov 02
Peter

Social Media Marketing – Prolog
Warum funktioniert Social Media eigentlich nur “bedingt” in Unternehmen? Grundsätzlich ist Social Media Marketing eine gutes Marketingwerkzeug – wenn die Strategie stimmt. Doch wie sieht die Realität aus? Warum werden oft Werbebudgets buchstäblich verbrannt ohne großen Nutzen aus dem Medium zu ziehen?  Man kann hier viel schreiben, sehr viel. Jedoch ist es manchmal besser einen Inhalt zu vermitteln durch ein fiktives Bespiel, bei dem alle Personen frei erfunden sind. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen, insolventen Unternehmen sind rein zufällig.

Marketing – reine Chefsache
Willkommen bei Schimpel und Schröder, ein mittelständisches Unternehmen aus dem Bereich Automotive. Die beiden Inhaber Robert Schimpel und Manfred Schröder unterhalten sich über einen Mitbewerber, welcher im IHK Magazin für seine Web 2.0 Strategie ausgezeichnet wurde. “Vorbildlich, verbesserte Kundenbindung und Innovation!”, liest Schröder aus dem Beitrag vor. Schröder ist etwas angespannt. Ausgerechnet Otto Holzapfel wurde mit seinem Unternehmen ausgezeichnet, der letztes Jahr eines der Patente von Schimpel und Schröder verletzte. Er kratzt sich am Kopf und blickt auf das grinsende Gesicht von Otto Holzapfel im IHK Magazin. “Ich frage mich gerade, was machen wir eigentlich in diesem Web 2.0? Robert, was macht die Müller da überhaupt? Sind wir da überhaupt drin?” “Keine Ahnung!”, gibt Herr Schimpel zu Protokoll. “Was kostet sowas?”, fügt er dann noch dazu. “Tja, das werden wir wohl bald erfahren. Ich geh mal runter zu Frau Müller. Ich spreche mal mit unserer Abteilung.” “Gut!” meint Schimpel. “Gib mir ein Update wie die das sehen.”

Wenig später ist Herr Schröder im Konferenzraum mit Frau Müller und Paul Bollmann. Herr Schröder sagt: “Wir müssen etwas tun, alle machen das!” Dabei geht ihm das Grinsen von Otto Holzapfel nicht aus dem Kopf. Die Marketingleitung meint dazu: “Unsere Business to Customer Relations können wir massiv verbessern. Die User Experience zum Produkt steigern und binden, auf Du und Du mit dem Kunden. Produktidentifikation in dessen Social Media Usernetwork – ja, das ist das was ich schon immer gesagt habe!”, meint Fau Müller vom Marketing.  Und dann fügt sich noch dazu: “Diese Presseartikel, die wir jeden Monat über den Presseverteiler raus lassen, liest sowieso niemand. Ist doch total Web 1.0! Herr Bollmann, was meinen Sie?” “Also, ich habe im Moment dazu keine genauen Daten, aber Ihr Vorschlag Frau Müller ist wie immer sehr innovativ.” Frau Müller fühlt sich bestätigt. “Herr Bollmann, machen Sie doch bitte einen Termin mit dem Herrn Radzek von Radzek und Partner. Die haben damals auch unsere Webseite gemacht.”, sagt Frau Müller und lächelt Bollmann an. “Gut, meint Bollmann – ist schon notiert.” “Mensch Bollmann, wann kaufen Sie sich eigentlich mal ein iPad. Sie immer mit Ihrem Taschenkalender. Ich plan das mal bei der nächsten Besprechung mit unserem Chef ein.”, zwitschert Müller. “Ehm, ja – danke.”, meint Bollmann und ist ein wenig verärgert, weil er kein iPad haben will.

Das Meeting – Innovationen
Zwei Wochen sind nun vorbei und nun sitzen sitzen Frau Müller, Herr Bollmann, Herr Peter Radzek und Maik Heuberger im Konferenzraum von Schimpel und Schröder. Nach dem alle einen Platz gefunden haben, ausreichend mit Wasser oder Kaffee versorgt wurden, gibt Frau Müller ein Review des letzten GF Meetings. Herr Radzek folgt angespannt den News von Frau Müller. Offensichtlich ist man mit dem klassischen Marketing soweit zufrieden und möchte nun ein neues Medium eröffnen. Erleichterung macht sich bei Radzek breit. Müller führt nun ihre neuen Ideen aus in einer Power Point Präsentation. ”Wir brauchen Twitter, Facebook, Google Plus, Linked-In, Xing, Flickr und the whole Blogsphere!”, meint die Hausagentur. “Klingt gut!”, meint die Marketingabteilung und lehnt sich zurück, denn der Druck von “oben” ist nun weg. Auch Peter Radzek, der PR-Spezialist und Inhaber der Hausagentur ist mit sich rund um zufrieden. Wie gut das er sich in der Mittagspause mit den neuen FH Studenten unterhalten hat, die eine Duale Ausbildung in der Werbeagentur vollziehen. Die sind in Facebook und haben doch neulich die Facebook Fanseite der FH gezeigt. Und seine Tochter ist ja auch in Facebook. Vielleicht sollte er selbst auch ein Facebook Profil anlegen, damit er Freundschaftsanträge an Frau Müller und Herrn Bollmann senden kann. Gute Idee, denkt er sich und schreibt eine Notiz in sein iPhone: “Tochter fragen – Profil Erstellung in Facebook.” Hat die Agentur eigentlich einen Twitter Channel? Ach ja, das Ding in dem niemand so richtig schreiben will:  25 Follower. “Wie stellen Sie sich das vor und zu welcher Strategie Raten Sie Herr Radzek?”, frägt Frau Müller und holt sich noch einen Kaffee. “Ja, Frau Müller – ich glaube wir sollten da mit Facebook anfangen.”, mein Radzek. Er schaut dann rüber zu Maik Heuberger, der diesen Blick als Signal wertet. “Wie schon Herr Radzek vorgeschlagen hat, müssen wir mit Facebook anfangen. Wir bauen auf der Basis Ihres CD´s eine Facebook Fanpage.”, klärt Heuberger die Zuhörer auf. “Oh Prima! Können wir da nicht sowas mit Flash machen, so was Interaktives? So ein Applek oder so?”, meint Frau Müller ganz begeistert. “Sie meinen eine Facebook Application? Ja, sicher – kein Problem für uns. Und da kann man doch viele tolle Sachen damit machen. Die Leute werden begeistert sein und die Application im Freundesnetzwerk verteilen. Das wird so Super!”, stimmt Radzek in das Trio ein. “Ja, genau! Und wir brauchen ein Blog! Ein Blog ist wichtig! Ganz wichtig!”, meint Bollmann. “Da haben sie Recht Herr Bollmann, das Rückrat eines jeden guten Social Media Marketings ist ein Blog. Können wir gerne für Sie machen.”, meint Peter Radzek. In der Zwischenzeit hat Radzek erkannt, dass dieses Meeting seinen Traum von einem Porsche Boxter näher rücken lässt. “Klasse Idee, Frau Müller! Und dann werden wir alles miteinander vernetzten. Das wird richtig geil!”, meint Radzek. “Aber Herr Radzek – geil?”, kontert Frau Müller mit gespieltem Unterton. Alle Lachen und finden das Meeting sehr entspannend und produktiv. “Wer schreibt eigentlich in unserem Blog?”, frägt Herr Bollmann. “Da müssen doch sicherlich gute Artikel geschrieben werden, damit die Leute informiert werden.” “Mensch Bollmann, denken sie doch nicht immer so kontraproduktiv. Sie müssen vernetzter denken. Wir nehmen dazu die alten Presseartikel. Damit machen wir unseren Grundaufbau.”, belehrt Müller. “Haben Sie keine Praktikanten?”, frägt Radzek. “Wieso fragen Sie Herr Radzek? Doch haben wir auch.”, meint Bollmann und blickt tief in die Kaffeetasse. “Na, da wird schon einer dabei sein, der die Artikel für Sie schreiben kann.”, klärt Radzek auf und lächelt Frau Müller an. “Genau Bollmann, Herr Radzek hat Recht. Eine gute Idee!”, stimmt Müller zu. “Dann machen wir das so. Sie senden uns ein Angebot Herr Radzek?”, frägt Frau Müller. “Ja, sehr gerne Frau Müller.”, meint Radzek beim Verlassen des Konferenzraums.

Mission accomplished – Ende gut alles ist gut
Fünf Wochen später ist ein Twitter Channel, eine Facebook Seite und das neue Blog online. Müller und Bollmann haben nun auch ein Xing Profil und fast täglich neue Einladungen zu Fortbildungskursen und Onlineseminare. Auch Schimpel und Schröder sind zufrieden. Die neue Facebook Seite steht nun auch auf den neu gestalteten Visitenkarten der Geschäftsführer. Schon oft sind diese von ihren Kollegen auf das kleine “f” angesprochen worden. Viele wollen jetzt auch ganz Web 2.0 sein. Die beiden Geschäftsführer sind in ihrem Golfclub jetzt ganz in und können viel positives über das Web 2.0 berichten. Dadurch haben Sie neue Geschäfte abgeschlossen und konnten interessierte Kunden gewinnen. In der nächsten Ausgabe der IHK ist ein Bild zu sehen, mit Schimpel und Schröder und ihren Visitenkarten – Überschrift: “Schimpel und Schröder sind Web 2.0″. Peter Radzek besucht jetzt öfters mit seinem neuen Auto Frau Müller um nach den Xing Fortbildungsseminaren das Thema Web 2.0 zu vertiefen.

Eplilog mit F
Social Media Marketing und Erfolg kann natürlich auch so definiert werden. Wenn Sie Social Media durch Ihre Agentur genau so kennen, machen Sie etwas falsch. Ein “F” auf der Visitenkarte bedeutet nicht neue Kunden oder einen größeren Bekanntheitsgrad. Starten Sie mit einer Social Media Analyse, die Ihnen einen Überblick über Ihre eigene Aufstellung und Ihrer Mitbewerber verschafft. Wir können ihnen sagen, wie das Web über Ihre Mitbewerber, Produkte oder Kampagnen denkt. Wir ermitteln Influencer, Sentiments (Stimmungen) und schaffen auf dieser Basis eine nachhaltige Strategie. Nur wenn Sie wissen, wo Ihre Kunden sich befinden, was diese interessiert und was nicht – können Sie erfolgreich im Web 2.0 sein. Fast 90% aller Kampagnen sind wie stochern im Nebel, ohne das Kommunikationsziel überhaupt zu erreichen. Wir sind für Sie da und freuen uns über Ihre Anfrage.

  • Felix Holzapfel

    Also das mit dem Otto ist ja wohl eine Frechheit… Ich heisse Felix;)
    Greez aus Kölle

  • http://www.dreamland.de Peter

    Hi Felix!

    Eine Corifee im Bereich “Social Media Marketing” ist mein Freund Felix Holzapfel, Bestsellerauthor des Buches “Facebook – Marketing unter Freunden: Dialog statt plumpe Werbung”, welches ich nur empfehlen kann. Wie der Buchtitel von Felix es schon beschreibt, funktioniert Marketing nicht im Sinne des klassischen Marketings. Zuhören, Dialoge führen und motivieren ist oberstes Gebot. Mehr dazu gibt´s in Felix Meisterwerk zu lesen. Dringend zu empfehlen, BEVOR man mit seiner Hausagentur über das Thema spricht.

    Viele Grüße nach Kölle!

    Peter

  • Robert

    Sehr schöner Artikel, die kritisch und ironisch das Web 2.0 Verständnis von Entscheidern auf den Punkt bringt. Neulich hat eine andere, sehr bekannte Agentur etwas ähnliches verlauten lassen. Ich habe immer wieder den Eindruck, das viele Agenturen einfach auf dem Zug aufspringen, ohne überhaupt zu wissen – wohin er fährt. Prima Artikel, danke und weiter so!

  • http://www.dreamland.de Peter

    Danke für die Blumen – wir geben uns Mühe. Das Problem wird auch von einigen wenigen Unternehmen als solches erkannt, bei denen ein Umdenkprozess eingeleitet wurde. Die Fragen die hier gestellt werden sind wesentlich zielführender: “Wo sind unsere Kunden? Wer spricht über uns? Wir werden wir gesehen? Wie der Wettbewerber? Welche Medien verwendet der Wettbewerb? Wie erfolgreich ist er mit diesen? Wie erreichen wir unseren Kunden und können diesen zu einem Fan und Multiplikator konvertieren? Wie sieht unsere Strategie aus und welche Medien sind effektiv?”
    Dies sind die richtigen Fragen, die gestellt werden müssen um die beste Strategie zu entwickeln. Der Rest stochert im Nebel oder lehnt das Internet aus rudimentärem Verständnis ab.